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Wie wird Debian Linux 12 "Bookworm" auf Debian Linux 13 "Trixie" aktualisiert?

Zum Zeitpunkt des Enstehens dieses Artikels ist Debian Bookworm bereits die OldStable Version, während Debian Bookworm schon die Stable Version ist. Debian 13 Trixie wurde im August 2025 auf Stable gesetzt.
Dennoch die Vorgehensweise von einer oldstable Version zu einer Stable-Version bei Debian Linux ist immer dieselbe. Diese Vorgehensweise soll hier festgehalten und dokumentiert werden.

Bookworm Full Upgrade

Zuerst führen wir ein vollständiges Voll-Upgrade des vorhandenen Debian Stable System durch - aktuell eben Bookworm das bei Ihnen durchaus ein Aktuelleres sein kann.

# apt-get update
# apt list --upgradable

Damit werden die Paketlisten aktualisiert und zur Verfügung stehenden Updates angezeigt, ohne sie zu installieren.

# apt-get -y upgrade
# apt-get -y dist-upgrade

Damit bringen wir das aktuelle Stable-System auf den aktuell neusten Stand. Die Option "-y" können Sie auch weglassen, dann werden Sie jedoch interaktiv gefragt, ob die Aktionen durchgeführt werden sollen. Obige Befehlskette aktualisiert die Informationen aus den Repositories, führt eine Aktualisierung aller Pakete durch ohne jedoch eines zu löschen. Der letzte Befehl führt ein Systemupgrade durch, bei dem sowohl Pakete installiert als auch gelöscht werden können.

Vorbereiten des Paket-Repository auf Debian "Trixie"

Wie bereits gesagt kann diese Anweisung unabhängig der Versionen "Bookworm" und "Trixie" auf jede Debian-Version angewandt werden. Im nächsten Schritt bereiten wir die /etc/apt/sources.list auf das Upgrade vor.

# sed -i 's/bookworm/trixie/g' /etc/apt/sources.list

Danach sollte Ihre /etc/apt/sources.list in etwa so aussehen:

deb http://deb.debian.org/debian trixie main non-free-firmware
deb-src http://deb.debian.org/debian trixie main non-free-firmware

deb http://deb.debian.org/debian-security/ trixie-security main non-free-firmware
deb-src http://deb.debian.org/debian-security/ trixie-security main non-free-firmware

deb http://deb.debian.org/debian trixie-updates main non-free-firmware
deb-src http://deb.debian.org/debian trixie-updates main non-free-firmware

Danach bringen wir unser System auf den aktuellen Stand des Trixie-Repository.

# apt-get update

System-Upgrade zu Debian-Trixie

Die folgenden Befehle werden Ihr Debian 12 Bookworm upgraden zu einem Debian 13 Trixie.

# apt-get -y upgrade
# apt-get -y dist-upgrade

Überprüfen welche Debian-Version auf Ihrem Linux-System läuft

Der einfachste Weg, um zu überprüfen, welche Debian-Version Sie ausführen, besteht darin, einfach den Inhalt der Datei /etc/issue zu lesen.

# cat /etc/issue
Debian GNU/Linux 13 \n \l

Obiger Befehl zeigt Ihnen jedoch  nicht die aktuellen Debian Aktualisierungsversionen an. Im folgenden Beispiel liefert der Befehl bereits genauere Informationen:

cat /etc/debian_version
13.1

Im nächsten Schritt können Sie auch die Release-Datei /etc/os-release durchsehen:

# cat /etc/os-release
PRETTY_NAME="Debian GNU/Linux 13 (trixie)"
NAME="Debian GNU/Linux"
VERSION_ID="13"
VERSION="13 (trixie)"
VERSION_CODENAME=trixie 
DEBIAN_VERSION_FULL=13.1
ID=debian
HOME_URL="https://www.debian.org/"
SUPPORT_URL="https://www.debian.org/support"
BUG_REPORT_URL="https://bugs.debian.org/"

Eine weitere Alternative stellt lsb_release dar, das gegebenenfalls erst installiert werden muss. Anschließend liefert auch dieser Befehl Informationen über die Debian-version auf Ihrem Linux-System.

# aptitude install lsb_release
# lsb_release -da
No LSB modules are available.
Distributor ID: Debian
Description:    Debian GNU/Linux 13 (trixie)
Release:        13
Codename:       trixie

Für Debian-Versionen, die bereits Systemd nutzen, lässt sich auch hostnamectl nutzen:

#hostnamectl
   Static hostname: svr
         Icon name: computer-VM
           Chassis: vm
        Machine ID: 9e413e5b509343bc9a10c97172a75658
           Boot ID: 71224c76c174487abad3a9979a632ef4
  Operating System: Debian GNU/Linux 13 (trixie)
            Kernel: Linux 6.1.0-37-amd64
      Architecture: x86-64

Kernel-Routing bei KVM-/Proxmox-Hosts garantieren

Sobald es sich bei dem geupgradeten System um einen KVM- oder Proxmox-Host handelt, also um einen Server, der seinerseits virtuelle Maschinen verwaltet, ist nach dem Upgrade es wichtig das Forwarding zu testen. Denn net.ipv4.ip_forward=1 erlaubt dem Linux-Kernel, IP-Pakete zwischen Netzinterfaces weiterzuleiten. Bei KVM oder Proxmox wird das benötigt, wenn der Host als Router/NAT-Gateway für VMs fungiert (z. B. VM-Subnetz → Host → Internet). Ist es 0, bleiben Pakete vom VM-Netz am Host hängen und werden nicht weitergeleitet.

Wir testen also, ob das Kernel-basierte Routing noch aktiv ist.

~ # sysctl net.ipv4.ip_forward
net.ipv4.ip_forward = 0

Wenn wir also, wie im vorliegenden Fall eine 0 zurückbekommen, ist das Routing seitens des Kernels inaktiv und nicht erreichbare VMs wären die Konsequenz. Deswegen ändern wir den Wert sofort im laufenden Kernel, aber nur bis zum nächsten Neustart, also nicht persistent mit

~# sysctl -w net.ipv4.ip_forward=1

Damit die Änderung bei jedem Boot automatisch gesetzt wird, also persistent ist, ist dieser Eintrag noch notwendig

~# echo "net.ipv4.ip_forward=1" >> /etc/sysctl.conf

oder direkt einfach das Ausführen dieses Befehls

~# sysctl -p

Damit wäre auf einem KVM-/Proxmox-Host das Sytemupgrade auch vollständig erfüllt.